Tragischer Header
Kurz-Portfolio von Daniel Hyngar - ecosign/Akademie für Gestaltung
Prüfungsdozenten: Davide Brocchi, Mario Jahns, Uwe Boden
Köln, 10. Oktober 2012

Eine Artisten-Metaphysik

»Die metaphysische Freude am Tragischen ist eine Uebersetzung der instinctiv unbewussten dionysischen Weisheit in die Sprache des Bildes […]« (Nietzsche, Die Geburt der Tragödie.)

Eine Freude am Tragischen scheint nach unserer modernen Wortauffassung abwegig zu sein, denn das Tragische bringt einen Klang des Schrecklichen, Jammervollen und Traurigen mit sich. Dabei ist der Ursprung und die Bedeutung des Begriffes tief gehender, als man bei einer oberflächlichen Betrachtung zuerst meinen mag.

Nach Nietzsches Verständnis lässt sich in der attischen Tragödie ein enormes Kulturerzeugnis des antiken Griechenlands beobachten, die aus dem apollinischen und dionysischen Kunsttrieb entstanden sei. Die Kunstgottheiten Apollon und Dionysos stehen hierbei im Zentrum der Betrachtung. Apoll, als der epische Gott der bildenden Künste und der maßvollen Begrenzung. Dionysos, als lyrischer Gott des Rausches, der nichtbildlichen Künste und der völligen Selbstvergessenheit. Die antike, griechische Kultur oszilliere zwischen den beiden Tendenzen des Apollinischen und des Dionysischen, die sich wiederum dialektisch hochschaukeln. Im vollkommenen Kunstwerk der Tragödie finden die beiden künstlerischen Mächte zusammen.

Der Anblick der antiken Tragödien-Kulisse muss für den Griechen ein Erlebnis von höchtem Range gewesen sein, konnte er doch während des Schauspiels unter freiem Himmel einen weiten Ausblick über die vorherrschende Kulturlandschaft genießen – ein Erleben par excellence des wahrsten Kerns einer Hochkultur, die im Tragischen erlebbar und durch Nietzsches Artisten-Metaphysik erstmals im vollen Glanze nachvollziehbar wurde. Die Tragische Landschaft ist ein metaphorisches Begreifbarmachen apollinischer und dionyischer Tendenzen im Rahmen meines Portfolios und ein tänzerischer Flug über die Landschaft meiner Arbeiten im Design.
Corporate Header
Entwurf eines Corporate Designs für den Zusammenschluss der Katholischen Pfarreiengemeinschaft Brauweiler, Geyen, Sinthern.
Ein Gemeinschaftsprojekt mit Jonathan Schäper und Simon Broich.
Sommersemester 2012 - Dozenten: Mario Jahns und Bernd Draser
Raster

Raster

Raster
Pfarrbrief
Pfarrbrief
Pfarrbrief
Pfarrbrief
Plakat
Ausstattung


Webseite

Webseite

Webseite

Design für die Abteikirchen Pulheim

Die Pfarreiengemeinschaft Brauweiler, Geyen und Sinthern stehen vor einem Zusammenschluss, der mithilfe eines Coporate Designs visuell vollzogen werden soll.

In unserer Gestaltung versuchen wir die lokalen Identitäten der einzelnen Gemeinden zu wahren und in einem Rahmendesign zu vereinigen, das Pluralität artikuliert und eine neue Gemeinschaft fördert. Ausgangspunkt der Gestaltung sind die Türen der drei Kirchen, die einen Übergang von der profanen in die sakrale Welt markieren. Farben, Formen und das Logo basieren auf diesem Moment des Übergangs und verweisen sowohl auf profane als auch sakrale Bestandteile der Identität der drei Gemeinden. Im Logo konzentriert sich diese Dualität. Als Quintessenz der Gestaltung verbinden sich die profanen Formen und Farben der drei Kirchen durch eine kreisförmige Schnittmaske zu einer neue Gemeinschaft. Durch den Kreis und das fehlende Rasterelemt wird auf den gebrochenen Leib Christi als zentraler Bestandteil der Eucharestiefeier und damit der katholischen Liturgie verwiesen. Die Dimension des biblischen »Am Anfang war das Wort […]« wird durch Form und Farbe um das Fleisch erweitert und nimmt so direkten Bezug auf das »Mysterium des Glaubens«.
Diplom Header
Entwurf eines Diplomkatalogs für den Fachbereich Bildende
Kunst der Alanus Hochschule zur Diplomausstellung im
Frauenmuseum Bonn im Oktober 2011.
Sommersemester 2011 - Dozent: Mario Jahns

Ein Katalog zur bildenden Kunst

Der Fachbereich Bildende Kunst der Alanus Hochschule trat im Sommer 2011 an die ecosign-Studenten mit der Bitte heran, einen Diplomkatalog zu konzipieren. Dieser sollte die Absolventen und deren Abschlussarbeiten vorstellen und im Rahmen der Diplomausstellung ausgelegt werden.

Der Kunstschaffende durchläuft während seines Studiums einen künstlerischen Individuationsprozess, in dem er sein kreatives Selbst formt und sich als individuelle Entität begreifen lernt. Das vorläufige Ergebnis dieses anhaltenden Prozesses soll mit dem gestalteten Katalog für jedermann sichtbar und zugänglich gemacht werden. Dazu wurde ein Rahmen geschaffen, der den jeweiligen Künstler und das ihm innewohnende principium individuationis angemessen präsentiert. Die ausgestanzte Typografie auf dem Cover ermöglicht es, das Titelbild durch das Faltprospekt des Künstlers immer neu und individuell zu gestalten. Das Prospekt kann darüber hinaus während der Diplomausstellung mit einer Klammer aufgehängt und bei Interesse als Diplomportfolio ausgehändigt werden.
Schuh Header
Der Schnürsenkel in seiner Form erinnert stark an einen Wurm.
Sommersemester 2011 - Dozent: Mario Jahns
Schuhwurm1 Schuhwurm2 Schuhwurm3
Schuhwurm4 Schuhwurm5 Schuhwurm6
Schuhwurm7 Schuhwurm8 Schuhwurm9

Beobachtungen am Schuh

Im Rahmen eines Kurses zur Steigerung der eigenen Kreativität, ging es darum, sich ein Semester lang mit einem Schuh der Wahl intensiv auseinanderzusetzen. Das kreative Potential wurde gleichsam gefordert und gefördert, indem verschiedene Darstellungsweisen ein und desselben Objekts durchgespielt wurden. Eine Frage war für mich dabei von besonderem Interesse: Bis zu welchem Grad ließe sich mein eigener Schuh abstrahieren und ein auffälliges Moment herausarbeiten und variieren? Auf diese Frage folgte die Geburt des Schnürsenkels, der in seiner Form bisweilen stark an einen Wurm erinnert.
Brille Header
Eine Closed-Circuit-Installation, die der antiken, griechischen Götterwelt eine neuzeitliche Bühne bietet.
Sommersemester 2012 - Dozent: Thomas Zika

Ein Closed-Circuit Experiment

Seit der Mensch sich seiner selbst gewahr ist, schleichen sich in seinen Geist die Bilder von Göttern ein. Dieser geistige Stoff scheint sich unabhängig von Zeit und Ort ausbreiten und in unterschiedlicher Form manifestieren zu wollen. Er fließt aus und bildet ein göttliches Theater, dessen Bühnen sich in der profanen Welt wiederfinden. Die Götter nutzen sie seitdem zur Erscheinung und Selbstoffenbarung (Epiphanie) und wandern von Schauplatz zu Schauplatz – ewig wiederkehrend, ewig vermittelnd.

Die Fähigkeit, das Göttliche zu schauen, ist uns jedoch bisweilen abhanden gekommen. Wir wähnen uns in einer wahrhaftigen Welt, nehmen aber dann und wann nur das Offensichtliche wahr. Das Offensichtliche und unsere Blickrichtung auf die Welt, wird heute von Bildschirmen diktiert. Es sieht so aus, als sei unser Geist in der modernen Welt mit dem Bildschirm zu einer neuen Einheit verschmolzen. Dabei ist die Technologie unserem Denken einen Schritt voraus. Sie versteckt den Kern, deren Ursprung sie ist.

Die Dionysische Brille macht uns diesen verborgenen Kern wieder sichtbar. In einer »Closed-Circuit« Installation, bestehend aus Bildschirm und Kamera, die dessen Inhalt in Echtzeit abfilmt, werden die Götter auf ihrer Gegenwarts-Bühne geweckt. Sie offenbaren sich medial und redundant in einer ewigen Rückkopplung mit sich selbst. Das Rauschhafte und Verschwommene unseres Blickes auf den Bildschirm lässt das ewige Raunen der Götter erahnen. Die Überlagerung der Bilder, die gleichsam eine Aufhebung der Individualität mit sich bringt, führt uns direkt zum dionysischen Göttertanz der heutigen Zeit. Vielfach vermittelt, gespiegelt und letztlich in der bewegten Polis (CineCity) angelangt.

Da capo al fine
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Daniel Hyngar
Communication Design Cologne

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